Mittwoch, 26. Oktober 2016

Gravelotte und St. Privat - Denkmäler des Deutsch-Französischen Krieges

Today you can see more monuments from  battlefields of the Franco-Prussian war.
But first, I will show you the socalled „Ehrenhalle“, a commemorative chapel, in Gravelotte, just opposite to the museum.
It was opened in an inauguration ceremony in 1905 by Kaiser Wilhelm II., the german emperor, himself.
The chapel is built in a neoromanic style.
The marble panels are striking: Here the losses of the regiments are shown.
From the parking spot you have a great look via the Mance valley to the Point du Jour with the farms of Moscou (on the left side of the photo) and St. Hubert (on the right side).
In this area, the far south of the battlefield, there was heavy fighting.
From here we drived to the small villages of  St. Marie aux Chênes, Amanvillers and  Saint-Privat-la-Montagne.
They are in the north of the battlefield. Here the saxonian and the hessian corps were engaged.
Also the prussian guard. St. Privat is often called the cemetry of the prussian guard.
No wonder, that you can find a lot of memorials here in this area.
One momument for every regiment, and a little tower for the whole „Gardekorps“ (corps of the prussian guard).
Also you can find some massgraves, remembering the french and the german dead.
The wellknown archway of the old cemetry – there is a painting from the Battle of St. Privat, where you can see the archway.

But the new church and the cemetry are meanwhile at another place of the village.
Here on the old cemetry you can find a memorial for the french soldiers and the courageous pastor Jean-Nicolas Bauzin, who – together with nuns from the village - took care for the wounded of both sides during the battle.
The last place we visited was the memorial for the hessian division. And we were shocked, because the bronce lion was … stolen !!!
Surviving two World Wars but now stolen from some perfidious subjects.
It’s a little bit like grave desecration. Terrible.
If you think, you now have seen all memorials. Be calm. ;-))
There are more reports and pictures to follow.



Wenn Sie, meine lieben Leser, jetzt denken, dass Sven und ich nach dem Besuch des Museums in Gravelotte nur noch platt in der Ecke herumgelegen haben, dann kennen Sie uns zwei Verrückte einfach nicht.
Nein!
Wir waren nicht erschlagen. Waren nicht müde. Hatten keine schmerzenden Beine. Warum auch?
Quatsch. Warmgelaufen waren wir. Gerade mal so warmgelaufen.
Denn nach dem Museumsbesuch ging es zunächst einmal zur Besichtigung  der direkt gegenüber liegenden Ehrenhalle.
Na und danach wartete ja noch das komplette nördliche Schlachtfeld auf uns.
Bevor man aber zur Halle geht, steht man direkt am Ausgang des Museums vor einem Kreuz, das auf ein Massengrab mit 2000 bis 3000 deutschen und französischen Toten hinweist.

Das sollte man hier immer bedenken: Ein Monument, ein Denkmal, steht immer für viele Tote und Verwundete eines jeden Regimentes, das hier in der Schlacht gekämpft hat. Es geht immer um Totengedenken. NICHT um Glorifizierung. Jedenfalls nicht mehr in der heutigen Zeit.
Bei der Entstehung der Denkmale war es natürlich ein Mix aus beidem.
Die Gedenkhalle wurde im Jahr 1905 persönlich durch Kaiser Wilhelm eingeweiht. Architekt war Hermann Albrecht. Hier ein Bild von der Einweihungsfeier:



Die Ehrenhalle und der umliegende Ehrenfriedhof bilden den größten Denkmalkomplex zum Deutsch-Französischen Krieg im Umland von Metz.


Sie war bewusst als Erinnerungsmal für die deutschen Armeen konzipiert, die hier gekämpft hatten.
Erbaut ist sie im neoromanischen Stil, na und irgendwie hat man dann auch den Eindruck, wenn man die Halle betritt, das man sich in Italien oder in einer frühen Klosteranlage befindet.




Auf Marmorplatten sind die Verlustlisten – Offiziere und Mannschaften – nach Regimentern aufgeführt.
















Standbilder von Wilhelm I., Prinz Friedrich Karl, dem Oberbefehlshaber der 2. Armee, sowie weiterer Kommandeure ergänzten die Anlagen.
In der Apsis befand sich eine Statue, als Allegorie des Sieges.
Zusätzlich sollten noch Tafeln der Kommandeure angebracht werden, deren Replica im Museum in Gravelotte zu bewundern sind.




Die Ehrenhalle und der Friedhof präsentieren sich auch heute noch in einem tadellosen Zustand.
Die Standbilder finden sich heute nicht mehr. In der Apsis steht heute eine weniger martialisch wirkende Figur.




Aber wie die Bilder zeigen, hat das Gebäude zwei weitere Kriege gut überstanden, und strahlt immer noch diese ehrenvolle Ruhe aus, wie es sich für eine solchen Gedenkstätte auch geziemt.
Hier mal ein Originalplan des Architekten und noch ein paar Detailaufnahmen der Kapitelle in der Ehrenhalle.




Geht man von hier wieder zurück zum Parkplatz, hat man eine tolle Aussicht auf den südlichen Teil des Schlachtfeldes, das heiß umkämpfte Mance Tal und den Point du Jour. Man sieht auch deutlich die beiden stark umkämpften Gehöfte.
Links im Bild das Gehöft Moscou, rechts St. Hubert.

Auf der Hinfahrt am Morgen hatten wir übrigens auf dem Point du Jour gehalten und das Denkmal des 3. Rheinischen Infanterieregimentes und ein französisches Ehrenmal aufgesucht. Hier hatte ich auch von der anderen Seite ein paar Schnappschüsse der Höfe aufgenommen.





Hauptziel unseres Ausfluges, der jetzt noch anstand waren die Ortschaften St. Marie aux Chênes, Amanvillers und  Saint-Privat-la-Montagne.
Rund um diese Ortschaften tobte der Kampf am nördlichen Flügel an jenem 18. August 1870.
Hier kämpfte das Gardekorps, aber auch an der äußersten Ecke im Norden das XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps und südlich der Garde die Großherzoglich Hessische (25.) Division.
Deren Denkmäler zu besuchen, das hatten wir uns jetzt vorgenommen.
Na und um es auch direkt vorwegzunehmen. Ja wir haben sie auch gefunden.
Im Museum gibt es einen tollen Lageplan zu diesen Ortschaften. Man findet sie auch im Internet. Das hatte ich ja auch schon geschrieben.
Genaue Koordinaten oder Wegbeschreibungen poste ich jetzt nicht.
Warum?
Ich hatte es bereits in meinem ersten Bericht geschrieben, dass ich etwas schockiert bin. Da haben doch diese Denkmäler fast unbeschadet – fast – zwei Weltkriege überstanden, aber mittlerweile werden die Bronzeplastiken gestohlen, weil man für die auf dem Schwarzmarkt wohl einen guten Preis erzielen kann.
So etwas ist beschämend und pietätlos.
Na und für alle wirklich Interessierten ist es einfach schade. Ich hätte den hessischen Löwen gerne mal im Original auf seinem Sockel gesehen.
Jeder, der aber das Museum besucht, findet ja auch die Karte und kann sich danach orientieren.
Wir hatten die Denkmäler bei unserem ersten Besuch ja auch schon ganz gut gefunden, na und da waren wir ja schon etwas ins Blaue hinaus gefahren.
Auch im Norden des Schlachtfeldes, rund um die drei oben erwähnten Ortschaften, erblickt man dann auch überall Denkmäler und Erinnerungsstätten.
Das Kaiser Alexander Garde Grenadierregiment Nr. 1 gedenkt mit einem Natursteindenkmal seinen Gefallenen: 13 Offizier, 1 Feldwebel und 180 „Gemeine“, wie man damals sagte, sind angegeben.
In unmittelbarer Nähe links davon befindet sich das Denkmal der Gardeschützen.



Direkt hinter diesen beiden Denkmälern erstreckt sich das wirklich schöne Neubaugebiet von Amanvillers.
Das nächste Denkmal in der Reihe ist das Monument des 3. Gardegrenadierregiment Königin Elisabeth.
Sven sieht noch ganz schön frisch aus.

Also hieß es weiter nach St. Marie.
Hier findet sich direkt an der Hauptstraße von St. Marie kommend nach St. Privat ein Massengrab: „Den beim Sturm auf St. Privat am 18. August 1870 auf diesem Gefilde gefallenen tapferen Krigern gewitmet von der Vereinigung von der Vereinigung zur Schmückung der Kriegsgräber bei Metz 1899“, so die Originalbeschriftung.


Man kann im nächsten Bild sehen wie die Straße von St. Marie aus permanent ansteigt. Im Dorf selbst, und auf den umgebenden Höhenzügen, lagen damals die Franzosen mit ihren weitreichenden Chassepotgewehren. Da wo sich heute das Massengrab befindet musste die Garde dann auch dem Beschuss nachgeben und sich erst einmal in Deckung legen, ein damals völlig ungewohnter Vorgang.
Der Beschuss war einfach zu schwer.

In St. Marie selbst gibt es mehrere Denkmäler.
Hier das Denkmal der Kaiser Franz Garde Grenadiere, Regiment No.2. Es ist umgeben von diversen Einzelgräbern.


Von hier fuhren wir dann nach St .Privat.
Direkt am Ortseingang stehen die Reste des Denkmals – nur noch der Sockel ist vorhanden – des 3. Garderegimentes zu Fuß sowie der Erinnerungsstein des 1. Garderegimentes zu Fuß.



Dessen monumentales ursprüngliches Denkmal existiert leider nicht mehr. Nur die Bodenplatte befindet sich noch inmitten eines Feldes.

Der kleine Turm der zu Ehren des Gardekorps errichtet wurde, erinnert mich irgendwie an den Turm eines Schachspiels. Beabsichtigt? Ich kann es Ihnen nicht sagen.






Ich bin jetzt kein Blütenspezialist, aber ich denke schon, dass sich hier die Vergissmeinicht noch heute Bahn brechen. Eine Botschaft, die sicherlich auch so gewollt war.

Von hier geht es dann zum Königin Augusta Garde Grenadier Regiment Nr. 4.


Wie man sieht hat man einen überragenden Blick von dieser Stelle aus auf St. Marie.


Dieser Torbogen zum ehemaligen Friedhof der Kirche ist bekannt aus einem der berühmtesten Gemälde zur Schlacht bei Gravelotte.


Deshalb findet sich auch hier das schlichte französische Denkmal zur Schlacht von Gravelotte: „Aux soldats francais morts glorieusement pour la defense de St. Privat le 8 Août 1870.“

Auf dem Friedhof wird auch mit einem Erinnerungsstein in deutscher Sprache an den Pfarrer des Ortes, Johann Nikolaus Bauzin (L’'abbé Jean-Nicolas Bauzin), gedacht, der sich während der Schlacht zusammen mit Ordensschwestern hingebungsvoll um die Verwundeten beider Seiten gekümmert hatte.

Die neue Kirche und der Friedhof befinden sich heute an einer anderen Stelle der Ortschaft, zwei Straßen oberhalb von diesem Platz.



Das 4. Garderegiment hat an dieser Stelle sein Denkmal in dem Ort. Ich finde die Rückseite bemerkenswert, wo mittlerweile an das Jahr 1963, an den Beginn der Deutsch-Französischen Freundschaft, gedacht wird.


Na und am Ortsende von St. Privat steht das wuchtigste und kriegerischste Denkmal zur Schlacht. Das Monument der Sachsen. Gekrönt mit dem Helm eines Deutschordensritters.
Protzig, trutzig, provokant. Na ja.


Viel schlichter kommt da der Ehrenstein daher, der nur wenig entfernt an den Tod des sächsischen Generalmajors von Craushaar erinnert.

Nach dem sächsischen Monument wollten wir aber noch einen positiveren Abschluss.
So fuhren wir noch mal nach Amanvillers zurück und suchten das Denkmal der Hessen.
Auch hier kamen wir zunächst zu einem der vielen Massengräber – auch hier wieder mit einigen Einzelgräbern -.



Doch schon hinten am Waldrand, sahen wir einen Sockel.

Na und da war es dann auch. Das Denkmal der 25. großherzoglich hessischen Division.
Im Grunde „unserer“ Division, war doch Worms im alten Reich Teil von Rheinhessen, genauso wie Mainz und Stadtteile von Bad Kreuznach.


Vielleicht hat uns heutige Pfälzer dann der Verlust des Löwen genau deshalb so heftig berührt.
Die haben quasi auch UNSEREN Löwen geklaut; und so etwas geht gar nicht.
Sven und ich waren richtig sauer.
Nochmal einen Blick von hier in die Ferne, wo man am Bildrand St. Privat sieht.

Tja meine lieben Leser. Wer jetzt denkt, dass das alle Denkmäler waren, der hat sich geirrt.
Ein dritter Besuch steht noch aus. Na und irgendwie reizt es mich schon, wie bei einer guten Schnitzeljagd, auch ein Foto von allen Denkmälern zu bekommen.
So bin ich halt.
Also Ihr könnt Euch noch auf einiges mehr freuen.

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