Mittwoch, 6. Dezember 2017

Westfalen und Kleve-Berg im Peninsular War

Der Krieg auf der iberischen Halbinsel zwischen den Jahren 1808-1814 forderte Truppenkontingente, die der französische Kaiser Napoleon auf geschickte Weise durch die Bündnisverträge mit den deutschen Staaten zu ergänzen wußte. Mit Zweien dieser Kontingente befaßt sich der nachfolgende Bericht. Es handelt sich um die Truppen des Großherzogtums Kleve-Berg und des Königreichs Westfalen.

Napoleon erließ am 14. November 1808 ein Dekret im kaiserlichen Hauptquartier zu Burgos zur Gründung des Großherzogtums Kleve-Berg. Die Neuschaffung fand im Rahmen der Übergabe Hannovers an Preußen durch Frankreich am 15. Dezember 1805 statt. Preußen trat Kleve und die Festung Wesel ab. Hinzu kamen die ehemaligen bayrischen Gebiete Ansbach und Berg. Napoleon vereinte Kleve und Berg, erklärte Düsseldorf zur Hauptstadt und machte seinen Kavallerieführer und Schwager Joachim Murat zum Großherzog. Nach dem Krieg gegen Preußen und dem Frieden von Tilsit erhielt das Großherzogtum noch zusätzlich die Mark und Dortmund von Preußen.
Das Königreich Westfalen war eine künstliche Schaffung nach dem Frieden von Tilsit. König wurde Napoleons Lieblingsbruder Jerome.
Berg und Westfalen waren Neugründungen, die ausschließlich nach französischem Recht und Muster regiert wurden. Jeder Distrikt wurde in Kantone und weiter in Gemeinden unterteilt. Ein Präfekt regierte ein Departement, im Falle Kleve Bergs die Departements Rhein, Sieg, Ruhr und Ems, im Falle Westfalens die Departements Elbe, Fulda, Harz, Leine, Ocker Saale, Werra und Weser. Ein Unterpräfekt verwaltete den Distrikt, gefolgt von Kantonsmeistern (Kanton) und den Bürgermeistern (Gemeinden).
Ein Edikt vom 31. März 1809 hob die bisherigen Klassenunterschiede zwischen Adel, Bauerntum und Kleinbürgertum auf. Eine weitere Maßnahme war die Vereinheitlichung der Gesetzgebung durch die Einführung des Code Napoleon in den Territorien.
Aber auch die negativen Auswirkungen der napoleonischen Herrschaft wurden offenkundig: Zensur, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Kriegssteuern, die Stellung von Truppen sowie deren Einquartierung und Versorgung waren an der Tagesordnung.



Die Aufstellung der Armee von Berg

Bei der Gründung des Großherzogtums traten Truppenteile der ehemaligen Landesherrschaften zu dem neuen Staatengebilde über, darunter zum Beispiel das 12. bayrische Linieninfanterieregiment und ein Bataillon der Nassau-Oranien-Husaren.

Am 24. April 1806 wurde das 1. bergische Infanterieregiment mit vier Bataillonen in Düsseldorf aufgestellt. Jedes Bataillon besaß acht Kompanien mit einer Stärke von je 100 Mann. Das französische Aushebungssystem wurde im Oktober 1806 in Berg eingeführt und am 29. August 1806 wurde das bestehende Regiment nach französischem Muster umgegliedert. Es wurden zwei Regimenter geschaffen, jedes mit drei Bataillonen zu sechs Kompanien (eine Voltigeur-, eine Grenadier- und vier Füsilierkompanien) mit jeweils 120 Mann. Außerdem bestand ein gemeinsames Ersatzbataillon mit vier Kompanien für die Ausbildung von Rekruten.
Im Oktober 1808 wurde dann das 3. Regiment aufgestellt, das ebenfalls aus drei Bataillonen bestand.
Diese Organisationsform wurde bis in den August 1811 aufrecht erhalten. Am 9. August 1811 fand dann eine Umstrukturierung statt, während dieser aus den drei bestehenden Regimentern ein Viertes gebildet wurde. Von diesem Zeitpunkt an bestand jedes Regiment aus zwei Bataillonen mit je acht Kompanien (eine Kompanie Grenadiere, eine Voltigeurkompanie und sechs Füsilierkompanien) zu 120 Mann. Zu jedem Regiment gehörte außerdem eine Ersatzkompanie.

Bis zum 1. April 1812 bestand die bergische Kavallerie aus einem Regiment leichter Kavallerie (Chevaulegers). Zu diesem Zeitpunkt trat ein zweites Regiment hinzu, das aus einem Kader von 50 Reitern des 1. Regimentes gebildet wurde, aufgefüllt mit neuen Rekruten.
Die Artillerie des Großherzogtums bestand aus einem Bataillon Artillerie, zusammengesetzt aus einer Kompanie reitender Artillerie, einer Kompanie Fußartillerie, einer Kompanie Sappeure und Pioniere sowie einer Trainkompanie.

Zu erwähnen bleibt noch, daß Gendarmerieeinheiten nach französischem Vorbild im ganzen Herzogtum gebildet wurden, ebenso wie Truppen der Nationalgarde in jeder Stadt und Ortschaft.

Die Wurzeln der Westfälischen Armee

Die ersten Truppen des neugeschaffenen Königreiches Westfalen bestanden aus Soldaten der aufgelösten Armee Hessen-Kassels. Diese wurden unter dem Namen „Französisch-Hessisches-Infanteriekorps“ aufgestellt. Im Jahr 1807 wurden die beiden schwachen Regimenter dieses Heeresteiles zur Bildung des 1. und 2. Westfälischen Linien-Infanterieregimentes herangezogen. Als Jerome im Dezember des gleichen Jahres in Kassel einzog, eskortierten ihn polnische Ulanen, die danach in den westfälischen Dienst übernommen wurden, und die Basis der 1. Schwadron der Garde Chevaulegers (Garde-Ulanen) und der Garde-du-Corps bildeten.
Der Kader des 1. Leichten Bataillons wurde aus einigen Kriegsgefangenen der preußischen Armee, die allerdings keine Preußen waren, formiert.
Der Rest der Westfälischen Armee, mit Ausnahme der Garde Husaren, die französischer Abstammung waren, wurde durch Rekrutierung und Ausbildung verstärkt.

Der Einsatz in Spanien

Genau wie die anderen Staaten des Rheinbundes mußten auch die Westfalen und Kleve-Berger Unterstützungstruppen für Napoleons spanischen Feldzug stellen. Im September 1808 setzte sich ein westfälisches Kavallerieregiment, die 1. Chevaulegers, in einer Stärke von 500 Mann gegen Spanien in Marsch. Nur 390 Soldaten erreichten aufgrund der sehr hohen Desertionsraten die spanische Grenze. Das westfälische Chevaulegerregiment wurde in der Folgezeit nicht gemeinsam mit den am Feldzug beteiligten westfälischen Truppen eingesetzt. Zunächst wurde es Victor’s I., danach Sebastiani’s IV. Korps angegliedert. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, von denen die oben genannten Desertionen beredtes Zeugnis abgeben, bewährten sich die Kavalleristen in zahlreichen Vorpostengefechten und Schlachten (Talavera). Der erste Kommandeurs des Regimentes, Oberst von Hammerstein, kehrte am 16. Juli 1810 nach Westfalen zurück, und wurde durch Oberst von Stein ersetzt.
Im Februar 1813 wurde das Gros des Regimentes, in Folge des katastrophalen Ausganges des napoleonischen Rußlandfeldzuges, nach Westfalen zurückgezogen. Lediglich eine Schwadron, unter ihrem Kommandeur von Plessen, verblieb in Spanien. Ähnlich wie andere deutsche Kontingente auf der iberischen Halbinsel wurde dieser Truppenteil am 23. Dezember 1813 entwaffnet und interniert, weil die veränderte politische Lage in Deutschland in Folge der Befreiungskriege von 1813 die Franzosen vor völlig veränderte Tatsachen stellte.
Im Frühling 1809 hatte das Königreich Westfalen seine zweite Division auf einen Stand gebracht, der den Abmarsch nach Spanien erlaubte. Am 2. Mai erreichte die Division bei Perpignan die spanische Grenze. Die Division setzte sich aus folgenden Truppenteilen zusammen:
Kommandeur: Divisionsgeneral Graf Morio
Chef des Stabes: Major von Hessberg
1.Brigade (Brigadegeneral Boerner) bestehend aus
dem 2. Infanterieregiment (Oberst Legras – später Oberst von Bosse) mit zwei Bataillonen,
dem 4. Infanterieregiment (Oberst von Bonneville – später Oberst von Lassberg) mit zwei Bataillonen,
2. Brigade (Oberst von Ochs) bestehend aus
dem 3. Infanterieregiment (Oberst von Zincke) mit zwei Bataillonen,
dem 1. Leichten Bataillon (Bataillonschef von Maier)
sowie den zwei Kompanien der Artillerie unter dem Bataillonschef Heinemann.


Die westfälische Division sollte in der Folgezeit schwerpunktmäßig in Katalonien eingesetzt werden. Sie stand also die ganze Zeit mitten im Kern des spanischen Guerillakrieges. Hier konnte man weniger Ruhm ernten, als in den Schlachten im Westen Spaniens, in denen die französische Militärmaschine auf die Expeditionsstreitkräfte der Engländer traf, denen sie sich schließlich allerdings letztendlich geschlagen geben mußte. Dennoch ist der Einsatz nicht zu unterschätzen. Der Guerillakrieg in Spanien wurde in einer Art geführt, der durchaus Parallelen zu späteren Guerillatätigkeiten oder Kriegen, beispielsweise im Zweiten Weltkrieg oder in Vietnam, aufwies. Der Dienst war hier kein Zuckerschlecken. Überall lauerten Gefahren, selbst beim normalen Dienst. Außerdem ist der Einsatz der Truppenteile an den sogenannten Nebenkriegsschauplätzen in Spanien für die weitere Fortführung des spanischen Krieges von extrem wichtiger Bedeutung gewesen. Hier wurden spanische Truppen gebunden, die anderweitig mit den Engländern gemeinsame Sache gemacht hätten. Natürlich gilt auch hier der Umkehrschluß: Ohne Guerilla wären mehr Truppen für den Kampf gegen den regulären Feind frei geworden. Da der Guerillakrieg allerdings Kernbestandteil des spanischen Abenteuers war, kann man diesen Punkt nicht ins Spiel bringen. Die Westfalen verrichteten ihren Dienst an der Stelle, wo sie plaziert wurden, und daß in der gleichen Art und Weise, und mit der gleichen Effektivität, wie Ihre Kameraden der anderen Rheinbundstaaten, die bei Talavera, Salamanca oder Vittoria standen.


3 Tage nachdem die Westfalen die spanische Grenze erreicht hatten, marschierten sie in dem Land ein, das die letzten Truppenteile erst nach vier Jahren wieder verlassen sollten. Unter dem General St. Cyr beteiligten sie sich an der Belagerung von Gerona. Bereits einen Tag nach dem Eintreffen im Raum von Gerona erlebte die 2. Brigade ihrer Feuertaufe bei einem Gefecht mit den spanischen Verteidigern der Stadt. Die Truppen schlugen sich außerordentlich gut, worüber zahlreiche Beförderungen und Ehrungen verschiedener Offiziere und Soldaten Zeugnis ablegen. Unter anderem wurde der Brigadekommandeur von Ochs bereits einen Monat später, am 15. Juni 1809, zum Brigadegeneral befördert.


Am 8. Juli 1809 traten 3000 Mann der 14 Elitekompanien der westfälischen Infanterieregimenter zusammen mit der Grenadierkompanie des 1. neapolitanischen Infanterieregimentes, zwölf Kompanien der Infanterie von Berg (3. Regiment) und Würzburg sowie zehn französischen Elitekompanien zum Sturm auf Gerona an. Der Angriff wurde allerdings von den Verteidigern zurückgeschlagen. Über die zähe Verteidigung, geben die Verlustzahlen Zeugnis: Die Franzosen und ihre Verbündeten verloren 1770 Mann an Toten und Verwundeten.

Der nachfolgend einsetzende Belagerungskrieg zermürbte die Truppen. Krankheiten traten auf, die die Effektivität der Belagerungsarmee stark schwächte. Es fielen mehr Personen durch Krankheiten oder den Mangel an Lebensmitten aus, als durch eigentliche Kampfhandlungen. So übernahm beispielsweise infolge zahlreicher Erkrankungen unter den westfälischen Offizieren am 24. November von Ochs das Kommando der 2. Division.
Einen schweren Rückschlag hatten die westfälischen Truppen im August hinzunehmen. Am 31. August 1809 griff der spanische General Blake General St. Cyr ungefähr elf Kilometer südlich von Gerona an. St. Cyr befahl sofort dem Kommandeur der Belagerer von Gerona, General Verdier, sich ihm mit dem Gros seiner Truppen anzuschließen. Verdier entschloß sich dazu die Aufrechterhaltung des Belagerungsringes den verbündeten Truppen zu übertragen: Die westfälische Division, die Regimenter von Berg und Würzburg sowie eine italienische Division ließ er vor Gerona zurück, mit dem Rest der Truppen zog er nach Süden, um sich mit St. Cyr zu vereinigen. Blake nutzte seine Chance. Er umging mit seiner Armee das französische Heer und griff die geschwächten Belagerer an. Der sich hieraus entwickelnde Kampf wurde mit aller Brutalität geführt, für die der spanische Kriegsschauplatz bekannt war. Blake gelang es das Lager der Belagerer zu verbrennen und eine Versorgungskolonne von 1500 Mauleseln in die Stadt zu führen. Die Verwundeten der Belagerer ließ er töten.

Nach Verdiers Rückkehr gelang Blake der Rückzug in die Berge. Diesen Angriff kann man fast als lehrbuchmäßigen Raid aus der Schule des Guerillakrieges betiteln.
Am 19. September 1809 setzen die Truppen vor Gerona nochmals erfolglos zum Sturm an, wobei die Westfalen und das bergische Infanterieregiment 9 Offiziere und 124 Mann an Toten und Verwundeten zu beklagen hatten, unter Ihnen auch den Kommandeur des 3. Bergischen Infanterieregimentes, Oberst Muff.
Endlich, am 10. Dezember 1809 ergab sich infolge Lebensmittelmangels die belagerte Stadt.
Zu diesem Zeitpunkt zählte die westfälische Division noch 1500 Mann. Am 12. März 1810 trafen 650 Soldaten als Ersatz aus der Heimat ein.
Im Oktober 1809 hatte General Augereau St. Cyr als Oberbefehlshaber in Katalonien abgelöst. Im Frühjahr 1810 hatte Augereau schließlich die Provinz unterworfen und marschierte gegen Barcelona. Die Westfalen blieben als Besatzung in Gerona zurück. Hier sahen sie sich ständigen Guerillakämpfen ausgesetzt. Die Kampfstärke litt unter dem von den Spaniern geschickt geführten Kleinkrieg erheblich, so daß bereits im Mai 1810 das 1. Bataillon eines Regimentes mit den Angehörigen des 2. Bataillons aufgefüllt werden mußte. Die Kader des 2. Bataillons wurden nach Westfalen zurückgeschickt, um dort durch Rekrutierung wieder auf volle Stärke gebracht zu werden.
Im Mai 1810 wurde Augereau durch Marschall Macdonald ersetzt. Die Lage des französischen Kontingentes in Spanien verschlechterte sich in zunehmendem Maße. Am 1. April 1811 wurde vom Restbestand der westfälischen Truppen das 1. Bataillon zur Auffrischung in die Heimat zurückverlegt. In Spanien verblieb nur ein Bataillon mit 500 Mann (bestehend aus Kampffähigen aller Einheiten) und eine Artillerieabteilung. Dieses Truppenkontingent schlug sich noch bis zum Frühjahr 1813 gegen spanische Guerillas, bis es endlich heimkehrte.





Auf die Kriegsgeschichte der bergischen Truppen in Spanien wurde zum Teil ja bereits oben verwiesen. Zur Erläuterung bleibt noch folgendes hinzuzufügen: Das 1. Bergische Infanterieregiment wurde ebenso wie das 2. im Jahr 1809 nach Spanien verlegt. Sie beteiligten sich wie oben beschrieben an der Belagerung von Gerona und verloren dort in der Zeit vom 1. Juni bis 15. September rund die Hälfte ihrer Soldaten (1314 Mann). 1810 wurde das 3. Regiment ebenfalls nach Spanien beordert, aber am Endes des folgenden Jahres kehrten das 1., das 2. sowie das 1. Bataillon des 3. Regimentes nach Deutschland zurück. Alle dienstfähigen Soldaten faßte man im 2. Bataillon des 3. Regimentes zusammen, das bis 1813 in Spanien blieb.



Einen Sonderfall bildeten die zwei Schwadronen des 1. Chevaulegers Regimentes, die am 17. November 1808 der  Kaiserlichen Garde in Madrid zugeteilt wurden, und dort bis im Jahr 1809 verblieben. Im Dezember 1809 wurden die wiederaufgestellten Chasseurs a Cheval de Berg zu den Lanciers de Berg. Im Jahr 1812 wurden sie wieder in 1. Cheveauleger Regiment umbenannt.
Am 29. Dezember 1809 kämpften sie bei Benavente und operierten in Nordspanien. 1810 sah man sie bei Yanguas (6.9.) und bei Villafranca (26.12.). Am 5. Mai 1811 gehörten sie zu den Streitkräften Massenas, die die Briten bei Fuentes de Onoro angriffen. Später im gleichen Jahr kämpften sie bei Burgos und Ciudad Rodrigo. Besonders ist der Kavallerieangriff der Kleve-Berger im Verbund mit den 15. Chasseurs a Cheval und den Gendarmen von Burgos gegen General Andersons schwere Kavalleriebrigade der Königlich Deutschen Legion am 23. Oktober 1812 bei Villadrigo zu erwähnen. Einen Tag zuvor hatte der französische Vormarsch Wellington gezwungen, für dieses Jahr, die Belagerung von Burgos aufzugeben. Der Kavallerieangriff war so erfolgreich, daß Napoleon den Kleve-Bergern gestattete als Auszeichnung rot-weiße seidene Fähnchen an den Lanzen zu führen.

Sonderfall: Das Regiment Westfalen

Eine interessante Truppeneinheit bildet das sogenannte Regiment Westfalen. Napoleon verfügte am 11. Dezember 1806 seine Aufstellung: „ In Anbetracht der Tatsache, daß die Gebiete auf der anderen Elbseite nie mehr unter preußische Kontrolle kommen und viele Soldaten verfügbar sind, die den ehrenhaften Waffendienst anstreben, haben Wir entschieden, sie in ihrem Bestreben zu unterstützen.“
Das Regiment sollte sich aus ehemaligen preußischen Soldaten zusammensetzen aus den Gegenden von Münster, Minden und Erfurt sowie aus ehemaligen Soldaten aus Braunschweig und Oranien-Fulda. Das Regiment sollte sich aus vier Bataillonen zu je sechs Kompanien nach dem berühmten französischen Muster zusammensetzen. Interessanterweise sollte die Uniform nach preußischem Vorbild sein, um die Vorräte aus dem erbeuteten Magazinen bei Jena aufzubrauchen. Die Quellen zu diesem Regiment sind sehr spärlich. Ein interessanter Hinweis befindet sich in den Memoiren des Generals Thiebault (dieser war für die Rekrutierung in Fulda und Erfurt zuständig), der seinen Männern anstelle der preußischen Röcke  weiße mit roten Kragen und Ärmelaufschlägen gab. Die Fahne des Regimentes hatte in der Mitte einen weißen Rhombus, jede Ecke in rot oder blau, entsprechend dem französischen Muster. In jeder Ecke war ein goldener Lorbeerkranz. Im weißen Mittelfeld stand in goldenen Lettern: „ L’EMPEREUR DES FRANCAIS AU REGIMENT DE WESTPHALIE“ und auf der Rückseite „VALEUR ET DISCIPLINE _ME BATAILLON“.
Am 1. November 1807 marschierte das 1. Bataillon (durch Desertionen bestand das Regiment nur noch aus 2. Bataillonen) nach Spanien. Das 1. Bataillon diente in Spanien in Moncey’s Corps. Im September 1809 wurde das Bataillon in die französische hannoversche Legion inkorporiert
Das 2. Bataillon bildete später den Kader für die Neuaufstellung des 2. Westfälischen-Linien-Infanterieregimentes, das 1813 in Leipzig vernichtet wurde.


Uniformen

Abschließend wollen wir uns noch mit den Uniformen der zuvor beschriebenen Truppen beschäftigen.
Die westfälische Infanterie besaß weiße Uniformen französischen Stils mit roten Epauletten für Grenadiere, grünen für Voltigeure und weißen Achselklappen eingefaßt in der Abzeichenfarbe für die Füsiliere. Auf den Rockumschlägen fanden sich bei den Grenadieren die Granate, bei den Voltigeuren das Horn. Die Grenadiere trugen Bärenfellmützen, die anderen Truppeneinheiten französische Tschakos mit der westfälischen Kokarde und Pompons ( 1. Kompanie – hellblau, 2. –weiß, 3. – gelb, 4. – grün; gelber Pompon mit grünem Busch bzw. gelb über grünem Pompon für die Voltigeure, roter Pompon oder Busch für die Grenadiere). Tschako Behänge bzw. Säbeltroddeln entsprechend rot, grün oder weiß. Außerdem hatte man französische Ausrüstung.  Vor 1810 wurden farbige Aufschläge (Rabatten, Ärmelaufschläge, Rockumschläge) getragen, z.B. bei Gerona: 2. Regiment – dunkelblau, 3. Und 4. Hellblau. Im Jahr 1810 übernahmen alle Regimenter die dunkelblaue Abzeichenfarbe, als Regimentsunterscheidung diente die Anzahl der Knöpfe. Im Jahr 1812 erhielten die Füsiliere blaue Epauletten.
Als Figuren kann man natürlich die französischen Truppen aller Hersteller verwenden.
Die westfälischen Chevaulegers trugen einen schwarzen Raupenhelm, eine dunkelgrüne Jacke mit orangerotem Kragen, Ärmel- und Rockumschlägen und Biesen auf der einreihigen Jacke. Grüne Reithosen oder graue bzw. braune Overalls ergänzten die Ausrüstung. Im Jahr 1811 wurden kurzfristig Lanzen mit weiß-blauen Wimpeln benutzt.
Als Figurensatz empfehlen sich hier die französischen leichten Lanciers von Hät.
Die Uniform der Artillerie enntsprach weitgehend dem französischen Schnitt. Dunkelblaue Uniform mit rotem Besatz und gelben Knöpfen.
Hier kann man die französischen Linienartilleristen von Airfix verwenden.
Über die Uniformierung des  1. Leichten Bataillons der 2. Westfälischen Division fehlen mir genauere Angaben. Es sei allerdings folgendes bemerkt: Bei ihrer Erstaufstellung trugen die leichten Infanteriebataillone eine hellblaue Uniform mit orangefarbenen Aufschlägen. Diese Farbzusammenstellung wurde sehr bald zugunsten einer dunkelgrünen Uniform mit hellblauen Aufschlägen aufgegeben. Auch hier findet sich das französische Modell.
Als Figuren können wir hier ebenfalls auf die französischen Infanteristen aller Hersteller zurückgreifen.
In den Reihen des sogenannten Regimentes Westfalen fanden sich anfangs Uniformen bzw. Ausrüstungsgegenstände preußischen, hannoverschen, sächsischen und hessischen Ursprungs. Die Uniform wurde später entsprechend dem französischen Modell vereinheitlicht. Weiße Uniform mit rotem Kragen, Ärmel- und Rockumschlägen. Die Rabatten mit roten Biesen. Als Kopfbedeckung wurde der französische Tschako getragen.
Ich glaube, die zu verwendenden Figuren muß ich nicht näher beschreiben.
Die bergischen Infanterieregimenter besaßen ebenfalls Uniformen französischen Ursprungs. Auch sie waren weiß mit hellblauen (andere Quellen beschreiben sie in einem dunkleren Blauton) Aufschlägen (Rabatten, spitze Ärmelaufschläge, Rockschöße). Füsiliere trugen blaueingefaßte Achselklappen, weiße Tschakobehänge und hellblaue Schwertknoten; Grenadiere entsprechend in rot (Zum Paradeanzug gehörte natürlich bei den Grenadieren die Bärenfellmütze); Voltigeure entsprechend in grün (allerdings weiße Tschakonehänge). Die Soldaten verwendeten natürlich ebenfalls den Tschako nach französischem Modell.
Auch hier greifen wir wieder auf die Infanteristen der bekannten Hersteller zurück.
Bezüglich der bergischen Kavallerie ist folgendes zu bemerken: Nach Haythornthwaite wurden zwei grundverschiedene Uniformen getragen. Die erste Uniform entsprach dem Modell der französischen Lanciers der Garde mit der bekannten Tschapka. Die Uniformjacke war weiß mit rosafarbenen Aufschlägen (Ärmelaufschläge, Ärmelbiesen, Rabatten, Kragen). Der obere Teil der Tschapka im gleichen Farbton. Dies gilt auch für die getragenen Overalls. Im Feld hatte die Tschapka einen schwarzen Schutzüberzug, ebenfalls wurden graue Jacken und Hosen getragen.
Die zweite Uniform aus dem Jahr 1812 sieht wie folgt aus: Dunkelgrüner Surtout mit rosafarbenen Ärmelaufschlägen, Schoßumschlägen, Biesen und Kragen. Der rosafarbene Kragen war zudem noch grün eingefaßt. Grüne Overalls wurden getragen. Der Tschako war rosafarben, mit schwarzem Schirm, weißer Borte und Messingschild. Ein weißer Federbusch befand sich über einer weißen Kokarde mit rosafarbenem Zentrum. Weißes Lederzeug, Säbelknoten und Handschuhe ergänzten die Ausrüstung.
Für die erste Uniform können natürlich die französischen Lanzenreiter von Esci verwendet werden. Auf diese bzw. auf Häts französische Lanciers muß man wohl auch für die zweite Uniform zurückgreifen, obwohl es sich bei den getragenen Uniformen nicht um den Surtout handelt. Die Köpfe müssen natürlich ersetzt werden, um den französischen Tschako zu erhalten.

Viel Spaß beim Basteln.


Anmerkung:

Ende der 90er Jahre hatte mein Freund Jens Najewitz einen seiner vielen genialen Pläne. Er wollte sein nebenberufliches Händlerdasein im Miniaturenbereich aufgeben, und eine Modellzeitschrift herausbringen.
Die legte er dann auch auf. Sie hieß "Modellfiguren" und der Plan, der hinter den Veröffentlichungen stand, war dem Sammler von 1/72 Miniaturen endlich das Magazin in die Hand zu geben, das er schon immer wollte und auch lautstark gefordert hatte.
Ein Magazin mit Berichten über Figuren, mit Artikeln über verschiedene kriegsgeschichtliche Ereignisse, mit Besprechungen von Neuerscheinungen, einfach ein Magazin, das sich nur den Wünschen der 1/72 Szene widmen sollte.
Trotz vollmundiger Unterstützungsbekundungen erreichten wir leider nicht die nötige Zahl von Abonnenten. In einer Welt mit viel schlechteren Kommunikationsmöglichkeiten als heute, und mit horrenden Preisen für Layout und Druck - oh Gott ist das heute einfach - war das Unterfangen ohne Sponsoren einfach zu teuer.
Obwohl Jens einiges privates Geld reinbutterte und da auch richtig drauflegte, musste er die MoFi nach 1 1/2 Jahren einstellen.
Sehr zum Bedauern von mir, der für diese Zeitschrift einige Artikel geschrieben hatte.
Einige der Artikel übersetzte ich damals ins Englische und packte sie auf Wargamer- bzw. Modellbauseiten im Ausland, die es mittlerweile nicht mehr gibt.
Deshalb möchte ich diese Berichte für mich - und vielleicht auch für Sie -  zurückholen.
Ich werde sie jetzt hier veröffentlichen; und zwar mit dem genauen Wortlaut von damals. Ich ändere da nichts. Obwohl ich sicherlich bei einigen Sachen heute viel stärker im Detail bin.
Die Umbautipps von damals bezogen sich auf 1/72 Miniaturen, und lesen sich heute teilweise sehr lustig und auch nostalgisch. Ende 1999 und Anfang 2000 gab es viele der Modellfiguren, die heute auf der Plasticsoldierseite gezeigt werden noch gar nicht. 28 mm Figuren gab es in der Vielfalt wie heute ebenfalls nicht.
Also sind Sie bitte nicht verwundert.
Übersetzen werde ich die Berichte nicht. Nur die, die damals auch in Englisch erschienen, werde ich auch so wiedergeben.
Viel Spaß mit den Berichten, die ich hier in einigen Abständen präsentieren werde.

Die gezeigten Bilder erschienen damals in der Infopost. Außerdem zeige ich in diesem Zusammenhang auch gerne die Figuren von Steve Barber, der sich dieser Thematik mit einer schönen Reihe angenommen hat.
Zum Glück muss man heute weniger umbauen, als früher.









Samstag, 2. Dezember 2017

Jean Charles Blanc vs. Sharpe - Sharpe's Triumph oder Bon Anniversaire

Wäre ich ein Romancier, dann würde ich selbstverständlich eine Buchserie schreiben. Natürlich aus mehreren Gründen.
Aus der Sicht des Schreibenden bieten sich durch eine Serie einfach jede Menge Optionen.
Man kann die Geschichte und die handelnden Personen einfach besser entwickeln, als in einem abgeschlossenen einbändigen Roman.
Immer wieder weiter fabulieren, sich Abenteuer ausdenken, tolle Ereignisse, Schauplätze, Schlachten, Frauen, Kameraden ins Spiel bringen. So lange, wie es dem Leser gefällt, oder auch darüber hinaus.
Zum anderen kann man so auch viel mehr Fans gewinnen, und letztendlich dadurch auch schlussendlich das verdienen, was man verdient.
Ist ja nichts Schlechtes.
Die Epoche, in die ich mich bewegen würde, wäre ja auch klar. Logisch, oder???
VIVE L’EMPEREUR
Ich will Euch da jetzt schon einmal ein klein wenig an meinen Gedanken teilhaben lassen. Quasi wie eine kleine Sneak Preview auf etwas, was es sehr wahrscheinlich nie geben wird, mich aber dennoch reizt.
Ich habe sogar schon einen Namen für meinen Charakter. Und eine Vorstellung, ja ein richtiges Bild.
Jean Charles Blanc würde er heißen.

Natürlich wäre er Unteroffizier in einem französischen leichten Regiment.
Aber  nur zu Beginn der Serie. Aufgrund seiner Fähigkeiten würde er sehr schnell in den Rängen aufsteigen, wenn er auch andauernd darüber „granteln“ würde.
Ein „Grognard“ im wahrsten Sinn des Wortes.
Tief im Herzen ein Mann aus den Mannschaften, der Truppe verbunden, nur durch Leistung aufgestiegen, von Neidern, und dem neuen napoleonischen Adel misstrauisch betrachtet, wenn nicht sogar verfolgt.
Er wäre Voltigeur.  Ein Schütze. Ein Scharfschütze.
Was sonst?

Direkt zu Beginn der Revolutionskriege träte er in die Armee ein. Ein gebürtiger Deutscher, der im Jahr 1792 in Paris gerade sein Medizinstudium begonnen hatte, ließ er sich hier dann aber vom revolutionären Geist anstecken.
Sein leicht holpriges Französisch – immerhin nicht seine Muttersprache – würde immer mal zu Problemen führen, was ihn ärgert.
Vorteilhaft, auch für den Geheimdienstbeauftragten seiner Majestät des Kaisers, wären seine unglaublichen Sprachkenntnisse. Französisch, Deutsch, ja sogar die Sprache des Erzfeindes, englisch, würde er beherrschen, hätte er sie sich doch vor seinem Studienbeginn in Paris im englischen Cornwall in Selbststudien beigebracht.
Von Schlacht zu Schlacht schlüge er sich durch. Er würde den St. Bernhard überqueren – ja, sogar im Schnee -, er wäre bei Marengo, bei Ulm, bei Austerlitz, bei Jena, und später auch bei Leipzig zugegen.
Er fände sich auf dem Weg nach Eylau wieder, in den tief verschneiten Ebenen und Wäldern Preußens. Dort schon einen kleinen Vorgeschmack von seinen späteren Erlebnissen auf dem Rückzug aus Moskau erahnend.

An der Beresina würde er quasi Wundertaten in einem Boot vollbringen, wenn er sich gegen die tosenden Fluten mit seinem Paddel stemmt, und so den Bau der letzten Brücke überhaupt erst ermöglicht.
Er müsste auch nach Deutschland, in den Rheinbund, vielleicht mal in seine alte Heimat nach … vielleicht Bamberg – eine wirklich schöne Stadt -, um hier eine Spezialaufgabe zu lösen: Unterschlagene Gelder, Deserteure oder verschwundene Rekruten suchen.
Nur das Ende, das würde ich jetzt noch offenhalten wollen.
Die letzte Schlacht.
Eines ist klar. Er wäre dabei und
 … ER würde gewinnen.
VIVE L’EMPEREUR
Ob aber nur an seinem Flügel, oder vielleicht doch in der ganzen Schlacht, das weiß ich heute noch nicht.
Aber … bis dahin sind es ja mindestens 15 Bände.
Da habe ich noch Zeit drüber nachzudenken.
Ja das wäre was.
Dabei wäre Jean Charles, der Wert darauf legen würde mit seinen beiden Vornamen angesprochen zu werden, ein Spezialist.
Ein Soldat.
Ein Voltigeur.
Ein Scharfschütze sowieso.
Na und er würde definitiv den Beweis erbringen, dass eine richtig geladene Muskete in den Händen eines richtig ausgebildeten Soldaten, auch nicht viel schlechter schießt, als ein Gewehr, so wie beispielsweise die britische Baker.
Die Ungenauigkeit würde er durch die Schussfolge kompensieren.
Den Ladevorgang, den, ja den, würde er perfekt beherrschen.

Er würde – wenn es so richtig darauf ankommt -, die Kugel mit einem ledernen Schusspflaster umwickeln, und so effektiv in das Rohr der Muskete hauen, dass man zielgenau mit der Waffe treffen kann, weil das Geschoss dadurch einfach in der Flugbahn perfekt stabilisiert wird, und das berühmte Flattern der Musketenkugel fast, ja fast, wegfällt.
Oui, Jean Charles kann das.
Na und er würde als Plänkler vorneweg an der Spitze der nachfolgenden Angriffskolonne so effektiv tiraillieren, dass die Kolonne problemlos durch die schwache englische Linie brechen würde, was nebenbei bemerkt auch keine große Kunst ist.
Wenn auch DÄR ENGLÄNDÄR immer behauptet, das wäre anders. Pah. ENGLÄNDÄR eben.
Bis, ja bis VIELLEICHT auf die letzte Schlacht, wo sich diese Taktik dann nicht so bewährt.
Aber da gucken wir dann erst einmal.
Man kann Geschichte ja auch umschreiben. Zumindest in Romanen. Leider nicht nur da.
Jean Charles hätte, nur um es zu erwähnen, natürlich auch das Reglement quasi gefressen. Kameraden behaupteten, dass man ihn in der Nacht wecken kann, er aus dem Bett springt und schon die perfekte Fußhaltung einnimmt, um ja richtig in der Schützenlinie zu stehen.
Sogar IM SCHLAF soll er das können.
Andere behaupten, dass er selbst wenn er sich auf einem Drehteller befinden würden, immer noch perfekt die Haltung einnehmen könne, und ja auch alle Handgriffe natürlich perfekt säßen.
Nebenbei bemerkt,  lächelt er immer über die gnadenlose Selbstüberschätzung der Briten und Ihrer Rifles.
Sein Ausspruch “Wer hat’s erfunden?“, ist dabei legendär.
„Wir haben schon tirailliert, als die noch Perücken trugen“, soll er auch einmal in einer Kneipe ausgerufen haben.
Ja, so ist er der Jean Charles.
Wenn er einmal in Fahrt ist, dann bügelt er halt einfach alles weg. Egal, ob Feind oder auch Freund.
Man muss ihn kennen, um ihn zu mögen. Fremde wispern hinter vorgehaltener Hand über ihn.
Aber, da steht er drüber.

Na solange ich aber Jean Charles Blanc nicht zum Leben erwecke, muss ich halt doch mit einem anderen Vorlieb nehmen, wie so viele von uns.
Wir müssen weiter Richard Sharpe abfeiern, ob wir ihn hassen, oder ob wir ihn lieben.

Ihr wisst, dass ich Richard Sharpe liebe, und ich kann Euch sagen, Jean Charles würde ihn hassen.
„Das ist doch kein napoleonischer Soldat“, „so verhält sich kein britischer Offizier“, „der hat eine falsche Frisur“, „so ein Schmarrn mit dem Ladevorgang. Eine Baker aufklopfen. Hah.“, „eine Linie kommt beim Schwenken nicht in Unordnung“, und, und, und.
All das, und noch viel mehr würde Jean Charles sagen, wenn es ihn denn gäbe.
Na und über das Setting, über das ich jetzt berichten werde, würde er in Rage kommen. Er würde ausspeien und fluchtartig den Raum verlassen.
Er würde sagen „da zieh ihm halt rote Unterhosen an, und lass sie doch dann gegeneinander kämpfen. Ist doch eh egal, bei so einem Szenario.“
Ja, das würde Jean Charles sagen.
Aber ich, ich würde lächeln und erwidern – so als vorgesetzter Offizier in einem der Bände, denn den Spaß würde ich mir geben – „Jean Charles. Ich finde das interessant, was diese Engländer da machen. Das wirkt so erfrischend, weit weg vom Reglement. Einfach improvisiert. Na und so etwas kann auch zum Erfolg führen“.
Ja das würde ich tun, und grinsen, während Jean Charles sich maßlos aufregt.
Aber zurück zu dem anderen Schützen. Dem, den wir alle schon seit Jahren kennen.
Mein Sharpe, der erlebt zur Zeit seine Abenteuer in dem wiederaufgelegten, vor ein paar Monaten neuerschienenen Band, mit dem Titel Sharpe’s Triumph.
Es handelt sich nebenbei bemerkt, um meinen Lieblingsband aus der Serie.
Weil das Szenario einfach völlig bekifft , so weit weg von der Realität ist und so mit der Phantasie spielt,  dass seine Umsetzung in einem Tabletop geradezu eine Pflicht ist.
Ich hab da richtig Lust drauf.
Zum Glück habe ich die entsprechenden Figuren bemalt; nur ein oder zwei Einheiten fehlen mir noch.


Na und da haben die Perries jetzt netterweise Figuren zu modelliert, die ich hier einsetzen werde.
Mal eine kurze Inhaltsangabe zu Sharpes Triumph.
Der gute Richard soll ein Kommandounternehmen gegen eine französische Festung leiten, weil der britische Geheimdienst Informationen hat, dass die benachbarte Stadt sich demnächst gegen Napoleon auflehnen wird. Einen Brückenkopf im Feindesland zu erobern ist ja, wie wir Hobbystrategen wissen, sicherlich auch nicht das Verkehrteste.
Na und was braucht man für solche Unternehmen. Nicht nur Sharpe und seine Jungs. Nein; noch ein paar Soldaten aus dem South Essex, natürlich auch noch ein paar Rifles aus dem 60th Regiment, und …
Seesoldaten.



LEDERNACKEN (so hätte man das im WW II auf amerikanischer Seite genannt)
Yeeeeeeesssssssssssssssssssssssssssssssssssss.
Ist doch ein Kommandounternehmen gegen eine Küstenfestung.
Na und da braucht man einfach ein Landungskorps der Royal Marines.
Und zur Beaufsichtigung ein paar Offiziere der Marine.
Und natürlich Verräter in Zivilklamotten, die diese Einheit begleiten. Irgend so ein mieser Comte, der aber gar kein Comte ist, sondern ein Verräter.
Also aus englischer Sicht.
Aus französischer Sicht ist er NATÜRLICH ein Held.
VIVE L‘EMPEREUR
Na, wenn das jetzt mal nichts ist.
Du kannst in Miniaturenreihen schwelgen.





Auf britischer Seite haben wir also: Linieninfanterie, Schützen, Seesoldaten, Marine und Zivilisten.
Wer jetzt denkt, dass sei alles… Weit gefehlt.
Auf französischer Seite wartet nämlich der Festungskommandant mit seiner Artillerietruppe, na und es kommen natürlich Liniensoldaten, ein erfahrener französischer General, der miese Geheimdienstmann Ducos, und Dragoner.
Cornwell steht auf Dragoner.
Die sind immer dabei.
Klasse.
Na aber um den Deckel noch auf das Fass zu setzen:
Wir brauchen auch zivilgekleidete Bewaffnete, weil ein gestrandeter amerikanischer !!!!!!!!!!!!! Captain mit seiner Crew auch noch eine entscheidende Rolle im Roman spielt.
Na und der und seine Mannschaft bedienen dann irgendwo in so einem kleinen Waldstück sogar ne Kanone.
Das ist pulpig. Das ist spitze.
Na und die Schauplätze für die Gefechte!!!!!!!!!!
Ganz am Anfang prügelt man sich in einem Waldstück.
Dann geht es zu einem französischen Bauernhof, der von den Rifles gegen angreifende Franzosen verteidigt wird.

Die große Schlacht tost dann um die Seefestung, also quasi so eine kleine Vaubansche Festung, die in der Serie die „Scharfschützen“ natürlich zu 100% falsch dargestellt wird.
Ja da kann man ja sogar eine kleine Kampagne draus stricken, wenn ich mir das so recht überlege.
Ich glaube, ich muss da mal mit meinen Jungs drüber reden.
Hier in diesen Bericht habe ich jetzt einmal Bilder meiner Franzosen und Engländer eingestreut.


Die anderen Truppenteile, vielleicht auch ein bisschen Gelände, werde ich Euch dann so peu a peu vorstellen.
Irgendwo ist das Ganze ja schon ein kleines Langzeitprojekt für mich.
Na und das zumindest in Gedanken schon seit Jahren.

Na und widmen werde ich das Ganze einem hochgeschätzten Sammlerkollegen, der heute, am 2.12. Geburtstag hat, den man hier in seiner Uniform bewundern kann.

Auch er hasst Richard Sharpe, genau wie Jean Charles Blanc, na und deshalb glaube ich, dass er nichts dagegen haben wird, wenn mein Hauptprotagonist Jean Charles in diesem Szenario seine Muskete auf den englischen Offizier anlegen wird.
Von ihm, meinem Sammlerkollegen, stammen auch Aussagen, die mich doch sehr an die Sätze von Jean Charles erinnern.
Aber er, er darf auch lästern.
Wenn Ihr einmal einen Vortrag von ihm gehört habt, über das französische Reglement, über Sachen wie „Wie lade ich eine Muskete richtig“, „Wie stehe ich in der Schützenlinie“, etc. etc. dann würdet Ihr verstehen, dass ER lästern darf.
Er ist ein Spezialist, na und wenn die Waffen und die Kriegsführung noch so wäre wie in Naps Zeiten – VIVE L’EMPEREUR – dann glaube ich, dass er Sharpie in den Schatten stellen würde.
Was sage ich: Ich bin ÜBERZEUGT, dass es so wäre.
Na vielleicht bekomme ich ihn mal überredet, dass wir einen seiner Vorträge als YouTube Video drehen. Irgendwo vor einer sagenhaften Kulisse, vielleicht im Innenhof von Schloss Pommersfelden oder so.
Da könnten Sie, meine lieben Leser, wirklich etwas lernen.
Na bis dahin werden Sharpe und Harper weiter marschieren, und ich darüber nachdenken, wann ich endlich den Finanzier finde, der mir die Zeit gibt, meinen Charakter Jean Charles Blanc zu entwickeln.
Bis dahin bleibt nur eines zu sagen:

VIVE L‘EMPEREUR
VIVE JEAN CHARLES BLANC
BON ANNIVERSAIRE

Na und zu Ehren von Jean Charles habe ich mich natürlich auch in meine blau-weiß-rote Uniform geworfen; und ja. Es ist ein guter Tag. Denn meine Adler haben heute gewonnen, kurz bevor die Sonne von Austerlitz aufgegangen ist.


Na und jetzt habe ich mir noch einen Rotwein eingeschenkt, um auf den Jahrestag der Krönung meines Kaisers - VIVE L'EMPEREUR -, auf den Sieg bei Austerlitz und auf den Geburtstag von Jean Charles zu trinken.
Happy birthday Hans Karl und bleib wie Du bist. Ein alter, sympathischer Grantler.
Un Grognard.
VIVE L'EMPEREUR


P.S.: Da ich sicherlich NICHT die korrekte Fußhaltung eingenommen habe, gibt es nur ein Oberkörperbild. Hans Karl ist napoleonischer Fußfetischist ("... das ist die FALSCHE Haltung!!! So geht das NICHT in der Linie...!!!) Da traue ich mich nicht etwas falsches zu zeigen.

Na und bevor irgendeiner einen Schreck bekommt. Das ist ein Spielzeuggewehr; keine echte Waffe. Also keine Panik. Eishockeyfans sind friedlich.


Translating this text literally into English does not make sense, my dear readers. This article contains allusions that you only understand when you know certain persons personally.
Jean Charles Blanc has a real model, even if I negate this in the text. And today is Jean Charles' birthday. Really. At the anniversary of Austerlitz and the crowning of Napoleon.
Vive L'Empereur
Apart from that, I think it would be very interesting to write a napoleonic novel series from the French point of view. That would be extremely exciting, of course, and maybe I'll find some time to really start this project.
Until then, I will continue to be a big fan of Richard Sharpe and will face every new release of Bernard Cornwell.
The novel Sharpes Triumph has just been reissued in German by a few months, and its implementation as a wargame is basically a duty.
I really like it.
Fortunately, I painted the corresponding figures. Only one or two units are still missing.
Well, and the Perries have now nicely modeled figures, which I will use here.
You know Sharpes triumph?
Sharpie is supposed to lead an attack against a French fortress, because the British intelligence has information that the neighboring city will soon revolt against Napoleon. To conquer a bridgehead in enemy land is certainly, as we know as hobby strategists,  not easy, but very effective.
Well, what do you need for such an attack? Not just Sharpe and his guys. No; Still a few soldiers from the South Essex, of course also a few rifles from the 60th Regiment, and ...
Marines.
Yeeeeeeesssssssssssssssssssssssssssssssssssss.
It's an attack on a coastal fortress!
Well, and you just need Marines.
What else.
And to supervise the operation, you need also a few officers of the Navy.
And, of course, traitors in civil clothing. A french Comte. In the eyes of english readers, a traitor.
In the eyes of the frenchmen, a hero.
VIVE L‘EMPEREUR
Really great.
You can have a bath in so different miniature series.
On the British side, we have: Line infantry, rifles, marines, navy, and civilians.
Who now thinks that is enough ... Far from it.
On the French side you have the commander of the fortress, with his artillery group. Also soldiers of the line, an experienced French general, the lousy servant Ducos, and dragoons.
Cornwell likes dragoons. They are always present in his books.
But to put the lid on the barrel:
We also need civilian-dressed gunmen and fighters because a stranded american !!!!!!!!!!!!! Captain with his crew also played a decisive role in the scenario.
And in a fight in a forrest, they will use also a canon!!
It sounds like a real Pulp Game. That‘s great.
Well and now let’s talk about the battlefields!!!!!!!!!!
At the very beginning there is a fight in a forest.
Then the scenario changed to a French farm, which is defended by the Rifles against attacking Frenchmen.
The mainfight occurs at the Vauban style sea fortress, which in the TV series „Sharpe" is, of course, 100% misrepresented.
Yes you can even knit a small campaign out of it. I think I have to talk about it with my tabeltop buddies.
Here in this report I present you pictures of my French forces.
The other troops, maybe a bit of terrain, I will then introduce to you peu a peu.
The whole stuff is already a long-term project for me.
Well and at least in thoughts for years.
Well, I will dedicate the scenario to a highly esteemed collector's colleague, whom you can admire here in his uniform.
He hates Richard Sharpe, just like Jean Charles Blanc, and so I think he will not mind if my main protagonist, Jean Charles, will put his musket on the English officer in this scenario.
He is a specialist, and if the weapons and the warfare were still like in Naps times - VIVE L'EMPEREUR - then I believe that he would put Sharpie in the shade.
What do I say: I am CONVINCED that it would be so.
Well maybe I get him convinced, that we record one of his lectures I heard on a symposium as a YouTube video. Somewhere in front of a legendary backdrop, perhaps in the courtyard of Pommersfelden castle or something like that.
Well by then Sharpe and Harper will continue marching, and I hope that I finally find the financier, which gives me the time to develop my character Jean Charles Blanc.
Until then there is only one thing to say:

VIVE L’EMPEREUR
VIVE JEAN CHARLES BLANC
BON ANNIVERSAIRE

(At the bottom of the page I salute Jean Charles. It's my personal blue-white-red "Uniform", the fan dress of my favorite hockey team - we have won tonight, yes. And don't be afraid. The weapon is a cheap replica.)


Sonntag, 26. November 2017

Batterie Todt - Marineküstenbatterie am Pas de Calais

Wenn man sich mit den Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs in Frankreich beschäftigt, stolpert man fast unweigerlich auch über einen Ort, der sich im nordwestlichen Zipfel Frankreichs befindet.
Die Rede ist vom Cap Gris-Nez am Ärmelkanal. Wir befinden uns hier an einer der engsten Stellen des Ärmelkanals, also just da, wo einige deutsche Strategen, noch am 6. Juni 1944 den „tatsächlichen“ Ort der alliierten Landung vermuteten. „Normandie??? Ein Scheinangriff!!“
Etwas südlich von diesem Kap baute dann auch die Organisation Todt eine Marineküstenbatterie, die es wirklich in sich hatte. Vier große Kasematten mit vier 38 cm Schiffsgeschützen, die eine Reichweite von fast 60 km besaßen. Dies bedeutet wiederum, dass die Kanonen wirklich bis nach England rüberschießen konnten, und dies auch taten.
Ihr Name: Batterie „Siegfried“. Später dann - nach dem Tod von Fritz Todt, des Leiters der unter anderem auch für den Bunkerbau am Atlantikwall zuständigen OT (Organisation Todt) - umbenannt in Batterie Todt.






Im Grunde machte die Platzierung dieser Batterie an dieser Stelle auch wirklich Sinn.
Die Beschießung des englischen Festlandes diente natürlich Propagandazwecken. Keine Frage. So konnte die Propagandamaschine Goebels auch vehement verkünden, dass der Feind unter dem direkten Feuer deutscher Geschütze läge. So etwas sollte das deutsche Volk beruhigen, ja begeistern.

Zum anderen hatten die Geschütze natürlich den Zweck auch den Schiffsverkehr zu gefährden. Großkampfschiffe konnten mit Hilfe dieser Batterie bekämpft werden. Die erfolgte Beschießung war aber wenig effektiv und wurde dann auch alsbald reguliert. Ein Schießen auf Einzelziele machte wenig Sinn, denn eigentlich war die Batterie zu einem anderen Zweck erbaut.
Am 12. Februar 1942 spielte Batterie Todt eine wichtige Rolle, als die deutschen Kriegsschiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen durch den Kanal brachen (Operation Cerberus). Die Batterie gab hier Unterstützungsfeuer.
Die wichtigste Aufgabe der Anlage sollte allerdings die Abwehr der „hier zu erwartenden Invasion“ sein.
Klar.
War ja die engste Stelle.
Hier mussten sie ja landen.
Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie sich Militärstrategen Dinge herbeireden, die sie sich einfach wünschen. Es ist ja auch soooooo viel einfacher, wenn der Gegner dann auch exakt so reagiert, wie man das von ihm erwartet.
„Lieber Gegner. Halten Sie sich doch bitte einfach an MEINEN Plan, und tun sie genau das, was ICH erwarte und will. Das erleichtert die Sache ungemein.“
Hallo!!!!
Ja; es scheint, dass man hier an dieser Stelle genauso gedacht hat. Na und damit das dann alles auch so seine Richtigkeit hat, gab es hier gleich 5 größere Batterien: Neben der Batterie Todt noch die Batterie Oldenburg mit 2 x 24 cm Geschützen, Batterie Prinz Heinrich mit 2 x 28 cm Geschützen, Batterie Großer Kurfürst mit 4 x 28 cm Geschützen und die Batterie Friedrich August mit 3 x 30,5 cm Geschützen.
Wir befinden uns somit an einem Abschnitt des Atlantikwalls, der im Grunde so aussah, wie der Führer des nationalsozialistischen Deutschlands sich es auch für die Normandie gewünscht hätte.
Aber egal. So wirklich hat diese Batterie nicht viel bewirkt. Genauso wenig, wie auch die anderen Batterien. Im Grunde an allen Küstenabschnitten.
Tatsächlich ist es egal mit welcher befestigten Stellung man sich im Zweiten Weltkrieg befasst; und die nachfolgende Aussage gilt für alle Seiten. Ob es sich um die Maginotlinie, die Festungslinie in Belgien, die Stalin Linie, den Westwall oder den Atlantikwall handelt: Unmengen von Geld, Zeit, Material und Personal wurden letztendlich hier verschwendet, Ressourcen verbraten, ohne großen Nutzen und mit sehr geringen Effekten.
Aufgehalten haben diese Batterien nichts. Sie schossen halt. Hin- und wieder. Mehr schlecht, als recht.
Dennoch sind sie mythisch verklärt. In Beton und Stahl manifestierte Muskelspiele militärischer Arroganz und Ignoranz, die militärstrategisch de facto nichts bewirkten.
Anlagen zum Posen, aber eigentlich … überflüssig, nicht zeitgemäß.
Greif sie von hinten, von der Seite oder aus der Luft an, und sie fallen.
Garantiert.
Überall.
Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie. Die stärker befestigte Küstenlinie am Pas de Calais lassen sie zunächst links liegen.
Am 22. September 1944 erreichen die Kanadier Boulogne sur Mer und beginnen mit der Umzingelung der Dörfer am Cap Gris Nez.
Die hier vorhandenen Batterien sollen jetzt auch erstürmt werden. Vorbereitet wird das Ganze mit einem Luftschlag. Am 26. und 28. September 1944 werfen 847 Flugzeuge der RAF und der USAAF 2000 Tonnen Sprengstoff auf Audinghen und den Sektor Cap Gris Nez.
Die 9. kanadische Infanteriebrigade erstürmt zunächst die Batterien Großer Kurfürst und Todt, und danach die Batterien am Kap.
Auf einer Hinweistafel im Museum ist folgendes vermerkt:
„29. September 1944:
6.30: Ein kanadischer Offizier mit weißer Fahne klopft an eine Tür eines der Bunker und fordert die Deutschen zur Aufgabe auf.
6.45: Beginn des Angriffs
10.30: Kapitulation von Kapitänleutnant Klaus Momber, Kommandant der Batterie Todt.
15.00: Kapitulation der Batterien Großer Kurfürst und Cap Gris Nez.
Kanadische Verluste: 5 Gefallene, 3 Offiziere und 34 Mannschaften verletzt.
Gefangene: 26 Offiziere und über 1500 Mannschaften
Quelle: Bericht von Oberstleutnant D.F. Forbes, kommandierender Offizier der North Nova Scottia Highlanders.“

Die Batterie Todt kann heutzutage als Museum besucht werden. Einer der Geschützbunker ist restauriert. In diesem befindet sich das Museum.
In der Außenanlage erwarten den Besucher schon sehr interessante Exponate.
Eine deutsche Halbkette SdKfZ 251, Geschütze und verschiedene Strandhindernisse sind hier ausgestellt.











Am wichtigsten ist allerdings das Eisenbahngeschütz K5, das hier anzutreffen ist.










Eine beindruckende Kanone: 28 cm Geschütz, ein 21,538 m langes Rohr, Reichweite 62 km, bei Granaten mit Raketenzusatzantrieb 86,5 km. Gesamtlänge 35 m, Höhe 4,70, Breite 2,60 auf einem Gleis von 1,40. Gesamtgewicht 218 Tonnen. Gewicht des Rohres 94 Tonnen. Das Laden eines Geschosses dauerte zwischen 3 und 5 Minuten.
Es gibt weltweit nur noch zwei Geschütze dieser Art.
Das eine steht eben hier an der Batterie Todt.
Ursprünglich waren im Jahr 1941 25 Exemplare von Krupp in Essen gebaut worden. 5 dieser Geschütze waren hier in der Gegend zwischen Calais und Boulogne sur Mer stationiert worden.
Betritt man das Museum informieren Hinweistafeln über den Bau der Anlage.










Das Geschütz und der Geschützturm sind nicht mehr vorhanden. Hier finden sich ebenfalls Tafeln, die den Besucher aufklären.




Der eigentliche Geschützraum der Kasematte ist so groß, dass hier ebenfalls Geschütze und Fahrzeuge ausgestellt werden können. Genug Platz ist da.








Außerdem finden sich verschiedene Figurinen mit Uniformen und Ausrüstungsgegenständen, die über verschiedene Themen hier an dieser Stelle informieren.









Der anschließende Rundgang führt den Besucher in verschiedene Räumlichkeiten.
Lazarett



Funkzentrale

Verschiedene Uniformen in einem Raum, mit dem Thema Normandie Landung.










Mannschaftsraum


Maschinenraum




Waffenraum



Offiziersraum

In einem weiteren großen Raum, dem ehemaligen Munitionsbunker, sind zahlreiche Uniformen ausgestellt.







Ich möchte dabei gerne auf die kanadischen Uniformen verweisen. Diese ähneln zwar den britischen Uniformen im Schnitt, allerdings war die Farbe grünlicher. Diese Farbunterschied ist deutlich zu erkennen.



Auch die Uniformen der OT sind hier ausgestellt.




Die Waffensammlung im anschließenden Raum ist ebenfalls sehr umfangreich.













Auch eine große Auswahl an Helmen findet sich hier.


Eine 47 mm Skoda Kanone und ein Bunkermachinengewehr MG 34 sind auch noch in ihren Lafetten im Bunker zu sehen.


Ein Modell informiert den Besucher dann noch einmal über die Anlage.





Was ich zum Abschluss noch jedem Besucher empfehlen möchte, ist folgendes. Nehmen sie sich bitte Zeit und erkunden sie auch noch die umliegende Gegend.
Überall finden sich noch einzelne kleinere Posten und Bunker.






Auch eine weitere Geschützkasematte kann man zum Teil besichtigen. Aber passen sie bitte auf: Nicht in die Mitte gehen. Dort ist es ziemlich feucht.









Völlig grotesk wirken die Graffitis in dieser Anlage, wo die alten deutschen Parolen nun neben neuen plakativen Aussagen zu finden sind.


Na und sollten sie schönes Wetter haben, so wie wir auf unserem Ausflug, dann fahren sie noch unbedingt zur Küste.
Ein krönender Abschluss eines Besuches, mit einem tollen Ausblick auf den Ärmelkanal.




If you look at the legacy of World War II in France, you almost inevitably stumble upon a place that is in the northwestern corner of France.
We are talking about Cap Gris-Nez on the English Channel. We are here at one of the narrowest points of the English Channel.
Somewhat south of this Cape, the Organization Todt also built a Marine Coastal Battery, which really had it. Four large casemates with four 38 cm naval guns, which had a range of almost 60 km. This in turn means that the guns could and did shoot over to England.
It‘s name: Battery "Siegfried". Later then  - after the death of Fritz Todt, the head of OT (Organization Todt), responsible for the bunker construction on the Atlantic Wall – the battery was renamed Battery Todt.
The placement of this battery at this point really made sense.
The bombardment of the english mainland served of course propaganda purposes. No question. Thus, the propaganda machine of Goebbels could also vehemently proclaim that the enemy would be under the direct fire of German guns. Something like that should reassure, indeed inspire, the German people.
On the other hand, the guns of course had the purpose to endanger the shipping traffic. Capital ships could be fought with the help of this battery. The bombardment was not very effective and was then soon regulated. Shooting at individual targets made little sense, because the battery was actually built for a different purpose.
On February 12, 1942 Battery Todt played an important role, as the German warships Scharnhorst, Gneisenau and Prince Eugen broke through the channel (Operation Cerberus, The Channel Dash). The battery gave support fire here.
The most important task of the plant, however, should be the defense of the "expected invasion" here.
At this place.
It was the narrowest place.
Here they had to land.
It is always sad to see how military strategists talk about things they just want. It's sooooo much easier if your opponent reacts exactly as you expect.
"Dear opponent. Just keep to MY plan and do exactly what I expect and want. That makes things a lot easier. "
Come on!!!!
Yes; it seems that the strategists have thought the same way here. Well, and because of that, there were 5 larger batteries: Besides the Battery Todt the Battery Oldenburg with 2 x 24 cm guns, Battery Prince Henry with 2 x 28 cm guns, Battery Great Elector with 4 x 28 cm guns and the Battery Friedrich August with 3 x 30.5 cm guns.
We are thus at a section of the Atlantic Wall, which looked exactly as a model plant. So, in that way, the leader of National Socialist Germany would have wished it for Normandy and for the whole atlantic coast.
But no matter. This battery did not work much. Just as all the other batteries. Basically on all shorelines.
In fact, it does not matter on what fortified position you take a look during World War II; and the following statement applies to all of these fortresses Whether it's the Maginot Line, the fortress Line in Belgium, the Stalin Line, the Westwall, or the Atlantic Wall. Vast amounts of money, time, materials, and personnel were ultimately wasted, wasting resources, with little benefit and very little effect.
These batteries did not prevent anything. They just shot. Occasionally. More bad than right.
Nevertheless, they are mythically transfigured. In concrete and steel manifested muscle games of military arrogance and ignorance.
Plants to pose, but actually ... superfluous, not timely.
Attack them from behind, from the side or from the air, and they fall.
Guaranteed.
All over.
On June 6, 1944, the Allies land in Normandy. The more fortified coastline on the Pas de Calais ... they ignore it.
On September 22, 1944, the Canadians reach Boulogne sur Mer and begin the encircling of the villages on Cap Gris Nez.
The existing batteries should now also be stormed. The whole thing is prepared with an air strike. On September 26th and 28th 1944, 847 RAF and USAAF aircraft throw 2000 tons of explosives at Audinghen and the Cap Gris Nez sector.
The 9th Canadian Infantry Brigade storms first the batteries of the Great Elector and Todt, and then the batteries at the Cape.
On a billboard in the museum the following is noted:
"29th September 1944:
6:30: A Canadian officer with a white flag knocks on a door of one of the bunkers and calls on the Germans to surrender.
6.45: Start of the attack
10.30: Surrender of Lieutenant Klaus Momber, commander of the Battery Todt.
15.00: Surrender of the batteries Great Elector and Cap Gris Nez.
Canadian casualties: 5 killed, 3 officers and 34 crew injured.
Prisoners: 26 officers and over 1500 soldiers
Source: Report by Lieutenant Colonel D.F. Forbes, Commanding Officer of North Nova Scottia Highlanders. "
The battery Todt can nowadays be visited as a museum. One of the gun bunkers has been restored. Here you find the museum.
In the outdoor area visitors can expect very interesting exhibits.
A German Halbkette SdKfZ 251, guns and various beach obstacles are exhibited here.
Most important, however, is the railway gun K5, which can be found here. An impressive cannon: 28 cm gun, a 21.538 m long pipe, range 62 km, with grenades with additional rocket 86.5 km. Total length 35 m, height 4.70, width 2.60 on a track of 1.40. Total weight 218 tons. Weight of the tube 94 tons. The loading of a projectile lasted between 3 and 5 minutes.
There are only two guns of this kind worldwide.
One is just here on the battery Todt.
Originally 25 copies of Krupp had been built in Essen in 1941. 5 of these guns had been stationed here in the area between Calais and Boulogne sur Mer.
In the interior you will be informed about the construction of the facility.
The gun and the turret are no longer available. Here you will also find boards that enlighten the visitor.
The actual gun room of the casemate is so large that here also guns and vehicles are on display. Enough space to do that.
In addition, there are various figures with uniforms and equipment that inform about various topics here at this point.
The subsequent tour leads the visitor into various rooms.
Hospital
Radio center
Crew cabin
Engine room
Armory
Officer room

In another large room, the former ammunition bunker, numerous uniforms are on display. I would like to refer to the Canadian uniforms. These are similar to the British uniforms on average, but the color was greenish. This color difference is clearly visible.
Also the uniforms of the OT are exhibited here.
The weapon collection in the adjoining room is also very extensive. Also a large selection of helmets can be found here.
A 47 mm Skoda cannon and a bunker machine gun MG 34 can still be seen in their tracks in the bunker.
A model then informs the visitor again about the system.
What I would like to recommend to every visitor is the following. Please take your time and explore the surrounding area.
Everywhere there are still some smaller items and bunkers.
Also, another cannon casemate can be explored. But please pay attention: Do not go in the middle. It's pretty humid there.
Completely grotesque act the graffiti in this plant, where the old German propaganda slogans are now to be found next to new bold statements.
Well and if you have have nice weather, as we did on our trip, then still go to the coast.
A grand finale to a visit, with a great view of the English Channel.